Wege bereiten – durch Ihr Erbe

Im Testament legen Sie fest, wer später einmal Ihr Vermögen bekommt, zur Gänze oder in Teilen. Wenn Sie über Ihr Leben hinaus Gutes tun und Kindern in Not helfen wollen, beraten die Albert Schweitzer Kinderdörfer und Familienwerke Sie gerne – umfassend, individuell, konkret.

Was ist eigentlich ein Erbe?

Das Wort „Vererben“ wird umgangssprachlich für alle testamentarischen Übertragungen verwendet. Streng genommen ist Ihr Erbe Ihr Rechtsnach­folger, der all Ihre Rechte und Pflichten übernimmt. Ihr Erbe ist auch derjenige, der die Vermächtnisse erfüllt. Wir erklären Ihnen, welche Gestaltungsmög­lichkeiten Sie haben, wenn Sie beispielsweise einen Albert­Schweitzer ­Verein zu Ihrem Erben einsetzen.

So formulieren Sie ein Vermächtnis

Wenn Sie einem Dritten einen bestimmten Geld­betrag oder bestimmte Vermögenswerte (Schmuck­stücke, ein Sparkonto, Wertpapiere, GmbH-Anteile, eine Immobilie etc.) zuwenden wollen, geben Sie dies am besten mit den Worten „ich vermache …“ im Testament an. Der von Ihnen eingesetzte Erbe ist damit verpflichtet, Ihr so getroffenes Vermächtnis aus dem Nachlass zu erfüllen. Seinen Anspruch darauf muss der Vermächtnisnehmer gegenüber dem Erben geltend machen. Mit einem Vermächtnis können Sie sowohl eine Privatperson als auch eine Organisation wie die Albert-­Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke bedenken.

Wie errichtet man testamentarisch eine Stiftung?

Die beiden wichtigsten Eckpunkte der künftigen Stiftung, der Stiftungszweck und das Stiftungsvermögen, müssen im Testament geregelt sein. Darüber hinaus empfiehlt es sich, den Stiftungsnamen und die Vorstandsregelung festzulegen. So treten bei der Gründung weniger Fragen auf. Ihr Vermögen und – wenn Sie das wünschen – auch Ihr Name bleiben mit einer Stiftung dauerhaft erhalten. Mit den Erträgen des vererbten Vermögens, beispiels­weise Mieten oder Zinsen, unterstützen Sie dann bestimmte Zwecke.

Eine Stiftung bedenken

Sie können eine Stiftung zur Erbin einsetzen oder mit einem Vermächtnis bedenken. Wenn Sie noch keine eigene Stiftung haben, zeigen wir Ihnen, wie Sie testamentarisch eine Stiftung errichten können. Noch einfacher ist es allerdings, die Stiftung bereits zu Lebzeiten zu gründen, um sie anschließend zur Erbin einzusetzen oder mit einem Vermächtnis zu bedenken. Stiften ist wesentlich einfacher, als man meint, und bereits mit einem geringen Vermögen möglich. In Ihrer eigenen Stiftung lebt Ihr Engagement für benachteiligte Kinder und Familien dauerhaft weiter.

Vererben an Vereine und Stiftungen

Egal ob in Form einer Schenkung zu Lebzeiten oder einer Zuwendung von Todes wegen: Wenn Sie einer gemeinnützigen Körperschaft, beispielsweise einer Stiftung oder einem Verein, etwas zuwenden, fällt dafür keinerlei Erbschaft­ oder Schenkungssteuer an. So kann der zugewendete Wert ungeschmälert für den guten Zweck verwendet werden. Der Staat fördert dieses gesellschaftliche Engagement auch „nach dem Tod“: Wenden Erben oder Vermächtnisnehmer innerhalb von zwei Jahren nach Erbanfall Teile des geerbten oder vermachten Vermögens einer gemeinnützigen Stiftung zu, erhalten sie bereits gezahlte Erbschaftsteuer anteilig oder ganz zurück. Dasselbe gilt, wenn sie mit dem Betrag eine neue Stiftung gründen. Alternativ kann der Erbe oder Vermächtnisnehmer den gespendeten bzw. gestifteten Betrag aber auch bei seiner Einkommensteuer in Abzug bringen.

Grenzen der Gestaltung: der Pflichtteil

Wenn Sie nächste Verwandte, den Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner durch ein Testament von der
gesetzlichen Erbfolge ausschließen wollen, haben diese Personen trotzdem Anspruch auf einen Pflichtteil.
Dieser richtet sich auf Auszahlung eines bestimmten Geldbetrags und ist gegenüber den Erben geltend zu
machen. Pflichtteilsberechtigt sind:

  • der Ehegatte oder der eingetragene Lebenspartner
  • die nächsten Abkömmlinge
  • die Eltern, wenn keine Abkömmlinge vorhanden sind

Das eigenhändige Testament

Wichtigste Voraussetzung für die formale Wirksamkeit eines eigenhändigen oder privatschriftlichen Testa­
ments ist, dass Sie Ihr Testament vollständig handschriftlich verfassen, es eigenhändig und abschließend
unterschreiben. Sehr ratsam ist es, das Testament mit Datum und Ortsangabe zu versehen, denn bei inhalt­
lichen Widersprüchen gilt grundsätzlich das jüngste Testament.

Das notarielle Testament

Das notarielle Testament errichten Sie bei einem Notar Ihrer Wahl. Dieser berät Sie umfassend. Hierfür fällt
eine Gebühr an, deren Höhe sich nach dem Vermögen des Erblassers richtet. Vorteile des notariellen Testa­ments sind:

  • Das Testament ist auf jeden Fall formal wirksam und fälschungssicher.
  • Der Notar prüft Ihre Testierfähigkeit und gibt das Testament in amtliche Verwahrung.
  • Durch ein notarielles Testament erübrigt sich in der Regel ein Erbschein.

Der Erbvertrag

Ein Erbvertrag wird vom Erblasser vor einem Notar mit einer weiteren oder mehreren Personen abgeschlossen. Der Erblasser ist an die im Erbvertrag getroffenen vertragsmäßigen Regelungen stark gebunden, weil die Abänderbarkeit erschwert ist. Ein Erbvertrag ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn eine Pflegeverpflichtung einwandfrei abgesichert oder eine Unternehmensnachfolge in Abstimmung mit den Erben geregelt werden soll.

Sie haben viele Möglichkeiten, Ihr Testament zu gestalten und dabei benachteiligte Kinder und Familien zu unterstützen: Egal, für welchen Weg Sie sich entscheiden – wir helfen Ihnen gerne bei der Umsetzung. Für eine individuelle Beratung kontaktieren Sie uns.

Ihre Ansprechpartnerin

Margitta Behnke
Geschäftsführerin
Bundesverband Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke e.V.

T:   +49 / 30 / 206 49 117
F:   +49 / 30 / 206 49 119

margitta.behnke@albert-schweitzer.de
www.albert-schweitzer-verband.de

Albert-Schweitzer-Verband der Familienwerke und Kinderdörfer e. V